Wird Unsportlichkeit vererbt? Das Sport-Gen

Wird Unsportlichkeit vererbt?

In einer Pause des DKVF 2018 kam es zu einer Frage, die eigentlich im Scherz entstanden ist. Sie ist es jedoch unserer Meinung nach wert, hier erwähnt zu werden, denn das möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Tatsächlich haben Gesprächsteilnehmer behauptet, die seinen völlig unsportlich und definitiv nicht Schuld daran, denn ihnen fehle einfach das Sport-Gen. So entstand eine Diskussion darüber: Wird Unsportlichkeit vererbt?

Um keine Ausrede verlegen? Manche Menschen haben weniger Spaß an Bewegung

Es ist kein Geheimnis, dass für manche Zeitgenossen jegliche sportliche Betätigung als Strafe empfunden wird. Gern wird dann argumentiert, dass das in der Familie läge. Obwohl diese Aussage zum Schmunzeln anregt, ist es gar nicht so abwegig, dass sogar ein Körnchen Wahrheit in der Behauptung liegt. Es ist wissenschaftlich teilweise sogar erwiesen, dass nicht Jeder gleichermaßen von sportlichen Aktivitäten profitiert. So wurde festgestellt, dass bei manchen Leuten durch den Sport nicht die erwünschte Menge an Sauerstoff im Gehirn ankommt und auch weniger Glückshormone gebildet werden. Und tatsächlich wurde festgestellt, dass eineiige Zwillinge diesbezüglich sehr ähnliche Messwerte aufwiesen. Irgendwie muss es also wirklich einen Zusammenhang geben zwischen der DNA und der Disposition für Sportlichkeit.


Nicht zu verwechseln: Genetische Veranlagung oder Erziehung?

Manchmal drängt sich der Verdacht auf, dass es dennoch nicht die Gene sind, die für Sportmuffeltum sorgen. Vielmehr sind sich Familienmitglieder oftmals ähnlich, weil sie eben die gleiche Prägung erfahren haben. Aktive Eltern, die mit ihren Kindern Radtouren und andere sportliche Ausflüge machen, ziehen eher sportliche Kinder heran. Geht es in der Familie eher gemütlich zu und das Leben spielt sich gemütlich in der Wohnung und am besten noch vor dem Fernseher ab, werden sich die Kleinen auch das eher abgucken. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kinder von Couch-Potatoes automatisch keine Lust haben, sich zu bewegen. Viele gehen zum Beispiel trotzdem in einen Fußball- oder anderen Sportverein und verschaffen sich ihre Bewegung.


Darf man die Genetik als Ausrede gelten lassen oder ist das lächerlich?

Lächerlich ist es gewiss nicht, wenn jemand meint, dass Sport Mord sei. Allerdings sollte man schon einmal überlegen, ob es nicht Alternativen gibt, denn es wird niemand ernsthaft den Nutzen der Bewegung bestreiten. So ist mit Sport ja nicht zwangsläufig der Marathonlauf gemeint, sondern man könnte beispielsweise auch Golf spielen. Wer sich Mühe gibt, wird bei der riesigen Bandbreite an Sportarten sicherlich etwas finden, was Spaß macht. Wie wäre es mit einem Tanzkurs? Vielleicht ist Yoga eine gute Wahl? Im Prinzip darf man auch seinen Sonntagsspaziergang oder den Nachmittag im Erlebnisbad getrost unter "Sport" verbuchen. Und zu guter Letzt besteht ja auch immer noch die Möglichkeit, Sport passiv zu genießen, sei es nun Fußball live im Fernsehen oder Stadion oder auch ein sportliches Hobby wie die Sportwetten. Man sollte, wenn man selbst sehr sportlich ist, ein wenig Toleranz zeigen und die Menschen, die mit "unsportlichen Genen" argumentieren, ernst nehmen. Es spricht vieles dafür, dass die Behauptung stimmt, aber Gene sollten nicht die Macht haben, unser Schicksal allein zu bestimmen, solange es so viele spannende, motivierende Alternativoptionen gibt.

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